Foto von Hatice Akyuen
Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß:
Ein guter Text… lockt mich mit dem ersten Satz hinein und lässt mich erst am Ende des letzten Satzes wieder los.

Eine gute Journalistin/Autorin braucht… die Angst vor dem Schreiben und diese Angst nach dem Geschrieben haben zu besiegen.

Ein guter Tag braucht… die Dosis an Unwägbarkeit, die Prise an Risiko und die Lust auf Überraschung, um am Ende des Tages zu spüren, dass immer noch etwas geht.

Hatice Akyün

Moderatorin, Schriftstellerin, Journalistin

Die mehrfach preisgekrönte Autorin und Journalistin gehört seit Jahren zu den wichtigsten Impulsgebern in der deutschen Integrationsdebatte.

Hatice Akyün machte 1987 eine Lehre als Justizangestellte beim Amtsgericht. Von dort kam sie über das Schreiben von Gerichts-Reportagen für die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) zum Journalismus. Nach einer Station beim Lifestyle-Magazin ‚Max‘ schreibt Akyün als Freie Journalistin unter anderem für den SPIEGEL, DIE ZEIT, Stern, EMMA, GQ, Rolling Stone, taz und den Berliner Tagesspiegel. Für den SPIEGEL verfasste sie die Titelgeschichte „Allahs rechtlose Töchter” und die Reportagen „Eine Stadt wie ein Versprechen”, über junge, türkische Akademikerinnen in Istanbul sowie „Der Denkzettel”, über den Solinger Brandanschlag – zehn Jahre danach. Ihr Interview „Mit Heirat war ja nicht zu rechnen”, das in der taz erschien, wurde sie für den Reporterpreis in der Kategorie „Interview“ nominiert.

1969 in Akpinar in Anatolien geboren, kommt Hatice Akyün mit drei Jahren nach Duisburg. Ihre Texte rund um das Thema Integration fangen die Lebensrealität einer ganzen Generation von „Gastarbeiterkindern“ auf der Suche nach ihrer eigenen Identität ein. Mit ihnen erarbeitete sie sich einen Ruf als wache Beobachterin, deren Expertise und Rat in Bezug auf die Integrationspolitik sowohl von der Politik als auch führenden Wirtschaftsunternehmen hoch geschätzt wird.

Ihre lange Erfahrung als Journalistin nutzt Akyün in ihrer Tätigkeit als Moderatorin und Rednerin. Hier wie dort setzt sie durch gezielte Fragen und Empathie für  ihre Gesprächspartner klare Schwerpunkte und entwickelt neue Perspektiven.

Als Buchautorin veröffentlichte sie den Roman „Einmal Hans mit scharfer Soße“, der auch für das Kino verfilmt wurde, „Ali zum Dessert – Leben in einer neuen Welt“ und „Ich küss dich, Kismet – Eine Deutsche am Bosporus“.

2009 wurde ihr Blog „Neulich in der Parallelwelt“ für den Grimme-Online Preis nominiert. 2011 erhält sie den Berliner Integrationspreis. 2013 den Sonderpreis für Toleranz und Integration der „Initiative Hauptstadt Berlin“ für ihre Kolumne „Meine Heimat“.

Neben ihrer Tätigkeit als Autorin ist Hatice Akyün auch regelmäßig als Moderatorin für verschiedene Veranstaltung zu sehen. Darunter das Kulturfestival der NRW Landeshauptstadt Düsseldorf, die Abschlussveranstaltung des Stipendienprogramms „ANKOMMER. Perspektive Deutschland.“ der KfW Stiftung sowie die Gesprächsreihe der Heinrich Böll Stiftung „Vorbilder im Gespräch mit Hatice Akyün“.

Nach Stationen in New York und Istanbul lebt Hatice Akyün nun in Berlin.

 

Foto: (c) André Rival